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E-Baustellen: Vom Pilotprojekt zur Beschaffungspraxis

Wie lassen sich Baustellen im öffentlichen Raum klimafreundlicher, leiser und zugleich praxistauglich organisieren? Das Innosuisse-Projekt «Elektrifizierung städtischer Baustellen» untersucht unter der Leitung der Hochschule Luzern (HSLU), wie sich städtische Baustellen schrittweise elektrifizieren lassen. Im Zentrum stehen dabei die praktische Umsetzbarkeit, die organisatorischen Anforderungen und die Frage, welche Rahmenbedingungen nötig sind, damit öffentliche Auftraggeberinnen und Auftraggeber klimafreundlichere Bauprozesse wirksam fördern können. 

Die HSLU arbeitet dafür mit den Städten Zürich, Luzern und Basel zusammen, welche während des Projekts entsprechende Pilotbaustellen umsetzten. So kamen bei der Haltekante Y am Bahnhof Luzern elektrisch betriebene Maschinen und Fahrzeuge zum Einsatz; Transporte wurden, soweit möglich, ebenfalls elektrisch durchgeführt. Basel erprobte mit der Unterflur-Wertstoffsammelstelle an der Hegenheimerstrasse ebenfalls eine E-Baustelle, während Zürich das Thema beim Umbau der Schulanlage Riedenhalden aufgriff. Die Pilotbaustellen liefern wichtige Praxisdaten unter realen Bedingungen und zeigen unter anderem, wie unterschiedlich die Anforderungen an elektrisches Bauen je Standort und Bauaufgabe ausfallen können.* 

Zu den wichtigsten Erkenntnissen des Projekts gehört, dass die Elektrifizierung von Baustellen in der Schweiz technisch bereist sehr gut machbar ist, aber eine sorgfältige Planung erfordert. Entscheidend sind unter anderem die Verfügbarkeit geeigneter Maschinen, eine funktionierende Ladeinfrastruktur, abgestimmte Logistik sowie ein gutes Zusammenspiel zwischen Bauherrschaft, Unternehmen und Energieversorgung. Die Forschenden der HSLU betonen, dass die Umstellung weniger eine technische Frage ist, sondern vielmehr von sich entwickelnden Marktstrukturen, Finanzierung und klaren Signalen aus der öffentlichen Beschaffung abhängt. 

Ein weiteres zentrales Element des Projekts bildet deshalb die Bereitstellung von Informationen und praktischen Empfehlungen für die Umsetzung von elektrischen Baustellen. Ziel ist es, Informationen über verfügbare E-Maschinen, Besonderheiten bei der Ausschreibung, Finanzierungsmöglichkeiten und Anwendungswissen aus Best Practice Beispielen den verschiedenen Akteuren im Baustellen-Ökosystem zugänglich zu machen. 

Für die öffentliche Beschaffung ist dieses Projekt aus mehreren Gründen relevant. Erstens können Auftraggeberinnen und Auftraggeber über Ausschreibungen und technische Vorgaben direkt Einfluss auf den Energieeinsatz auf Baustellen nehmen. Zweitens liefern die Pilotprojekte Erkenntnisse dazu, welche Anforderungen realistisch und marktseitig umsetzbar sind. Drittens wird sichtbar, wie emissionsarme Baustellenlogistik, Ladeinfrastruktur und Maschinenverfügbarkeit in den Beschaffungsprozess integriert werden können. 

Im Spätsommer wird der Abschlussbericht der HSLU erscheinen. Dieser wird auch auf der WöB verfügbar gemacht werden.  

Übrigens – die HSLU setzt sich im Rahmen eines Folgeprojekts mit der Skalierung von E-Baustellen sowie Fragen der erforderlichen Energieversorgung auseinander.   

Bei Interesse am Thema melden Sie sich gerne bei der Projektleitung: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein..  

*Weitere Erkenntnisse aus den einzelnen Pilotbaustellen finden Sie hier:

Letzte Änderung: 23. Juni 2026